Achtung. Ich darf über Kinderarmut nicht reden (sagt die Wiener SPÖ).
Ich nehme also an, Sie dürfen das hier nicht lesen. Falls doch, sagen Sie es bitte nicht der SPÖ.
Wärst du nicht reich ... wär ich nicht arm.
Österreich leistet sich den Luxus der niedrigsten Vermögenssteuern innerhalb der OECD. Das hat seinen Preis: Hohe Armutszahlen, besonders hart trifft es Kinder.
Polemische Wahrheit: Der 5jährige Lukas friert im Winter, damit die Stifungen und Aktiengewinne von Karl-Heinz weiterhin steuerfrei bleiben.
Fakten: UNICEF-Studie zu Kinderarmut: Child Poverty in Rich Countries
- Dänemark 2,4 Prozent der Kinder sind arm
- Finnland: 2,8 Prozent der Kinder sind arm
- Österreich: 10,2 Prozent der Kinder sind arm
- Mexiko: 27,7 Prozent der Kinder sind arm
Das war vor fünf Jahren. Was sagt die EU-Studie über Lebensbedingungen in den Privathaushalten (auch: EU-SILC 2008)::
- Österreich: Armutsrate bei 14 Prozent
- Wien: Armutsrate bei 17 Prozent
- Wien: Kinderarmut 24 Prozent
Wie schaut es heute aus? 100.000 Kinder in Wien leben in einem armutsgefährdeten Haushalt oder sind längst in der Armutsfalle gefangen.
Was ist zu tun? Die UNICEF empfiehlt: zuerst einmal Kinderarmut definieren und konrollieren, messbar machen. Und sich dann ein realistisches Ziel setzen: Reiche Länder und reiche Städte sind in der Lage Kinderarmutsraten auf unter zehn Prozent zu drücken.
Grünes Programm für Wien: Wir halbieren die Kinderarmut in den nächsten 5 Jahren.
Und was sagt die SPÖ dazu: Über Kinderarmut darf niemand reden.
Sehr schön herausgearbeitet hat SPÖ-Gemeinderat Wagner dabei, dass die Kinder ja gar nicht alle arm, sondern ein paar davon nur armutsgefährdet sind. Alles wunderbar. Arm und armutsgefährdet. Vor 5 Jahren waren das noch 53.000 Kinder. Heute sind es fast genau doppelt so viele. Aber alles bestens. Klar, wenn die alleinerziehende Mama vom 5jährigen Lukas im Monat 810 Euro Einkommen hat, dann gibt es auch keinen Heizkostenzuschuss der Gemeinde Wien. Dafür ist sie dann zu reich, meint die SPÖ...
Der Sozialhilferichtsatz für ein Kind in Wien beträgt pro Monat... Hundertsiebenunddreißig Euro. 137. Das genügt, sagt die SPÖ. Und: Nicht darüber reden.
Liebe Wiener Kinder, gründet eine Bank, führt die an den Rande des Bankrotts und jammert dann die SPÖ an. Darüber darf dann geredet werden, dann wird euch sogar geholfen.
Dabei ist alles so einfach: Reiche besteuern und mit dem Geld Kinderarmut bekämpfen.
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